Ist Dubai steuerfrei? Für Privatpersonen gilt: Die Vereinigten Arabischen Emirate erheben keine Einkommensteuer. Für Unternehmen gilt das seit 2023 nicht mehr, denn auf Gewinne über AED 375.000 fällt Körperschaftsteuer an. Hinzu kommen die Umsatzsteuer und für sehr große Konzerne eine Mindeststeuer.
Dieser Beitrag beschreibt nur die Seite der VAE: welche Steuern es gibt, wen sie treffen und welche Pflichten bestehen. Wie Deutschland Ihr Einkommen besteuert, behandeln wir bewusst nur am Rande und verweisen auf unsere Beiträge zum Systemvergleich. Alle Angaben haben den Stand 10/2026.
Kurz gefasst
Dubai steuerfrei? Für Privatpersonen frei von Einkommensteuer, aber nicht steuerfrei. Unternehmen zahlen für Geschäftsjahre ab dem 1. Juni 2023 Körperschaftsteuer: 0 % bis AED 375.000 Gewinn, 9 % darüber. Dazu kommen 5 % Umsatzsteuer. Ob Sie in Deutschland dennoch Steuern zahlen, hängt von Ihrer Ansässigkeit ab.
- Einkommensteuer: Die VAE erheben keine Einkommensteuer auf Privatpersonen.
- Körperschaftsteuer: 0 % bis AED 375.000, 9 % darüber, bei Qualifying Free Zone Persons 0 % auf Qualifying Income.
- Umsatzsteuer: 5 %, Registrierungspflicht ab AED 375.000 Umsatz in zwölf Monaten.
- Mindeststeuer: nur für Konzerne ab EUR 750 Mio. Umsatz.
- Steuerfrei in den VAE heißt nicht steuerfrei in Deutschland.
Inhaltsverzeichnis
- Dubai steuerfrei: Stimmt das wirklich?
- Wann zahlt eine Dubai-Firma 9 % Körperschaftsteuer?
- Was gilt für Freizonen und die Qualifying Free Zone Person?
- Wer zahlt Umsatzsteuer in Dubai?
- Betrifft die Mindeststeuer auch Mittelständler?
- Heißt „Dubai steuerfrei“ auch steuerfrei in Deutschland?
- Häufige Fragen
- Fazit
Dubai steuerfrei: Stimmt das wirklich?
Nein, „Dubai steuerfrei“ stimmt nur eingeschränkt. Privatpersonen zahlen in den VAE keine Einkommensteuer: Nach der Regierungsseite gilt, dass die VAE keine Einkommensteuer auf Privatpersonen erheben (Stand der Seite: 30.03.2026). Unternehmen unterliegen dagegen seit 2023 der Körperschaftsteuer, und auf viele Umsätze fällt Umsatzsteuer an.
| Steuer | Satz und Schwelle | Wen betrifft sie? |
|---|---|---|
| Einkommensteuer | Keine | Privatpersonen |
| Körperschaftsteuer | 0 % bis AED 375.000, 9 % darüber; Geschäftsjahre ab 01.06.2023 | Gesellschaften und Unternehmen mit Geschäftstätigkeit in den VAE |
| Körperschaftsteuer natürlicher Personen | Nur bei Geschäftstätigkeit und Umsatz über AED 1 Mio. im Kalenderjahr; Gehalt, persönliche Kapitalerträge und Immobilienerträge zählen nicht dazu | Selbstständige und Lizenzinhaber |
| Qualifying Free Zone Person | 0 % auf Qualifying Income, sonst 9 % | Freizonengesellschaften, die die Voraussetzungen erfüllen |
| Umsatzsteuer (VAT) | 5 % seit 01.01.2018; Registrierungspflicht ab AED 375.000 in zwölf Monaten | Unternehmer mit steuerbaren Umsätzen |
| Domestic Minimum Top-up Tax | Mindeststeuer nach OECD-Pillar-Two-Regeln; Geschäftsjahre ab 01.01.2025 | Konzerne ab EUR 750 Mio. konsolidiertem Jahresumsatz |
Stand: 10/2026.
Natürliche Personen sind nach Angaben der FTA nur dann körperschaftsteuerpflichtig, wenn sie eine Geschäftstätigkeit ausüben und der Umsatz AED 1 Mio. im Kalenderjahr übersteigt. Gehalt, persönliche Kapitalerträge und Immobilienerträge gelten nicht als Geschäftstätigkeit. Wer unter der Schwelle liegt oder keine Geschäftstätigkeit hat, soll sich nicht registrieren.
Wann zahlt eine Dubai-Firma 9 % Körperschaftsteuer?
Eine Gesellschaft zahlt 9 % auf den Teil des steuerpflichtigen Einkommens, der AED 375.000 übersteigt. Bis zu dieser Grenze gilt ein Satz von 0 %. Die Regelung betrifft nach der Regierungsseite zur Körperschaftsteuer Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juni 2023 beginnen.
| Position (AED, vereinfachtes Beispiel) | Betrag |
|---|---|
| Steuerpflichtiges Einkommen | 1.000.000 |
| Davon mit 0 % besteuert | 375.000 |
| Davon mit 9 % besteuert | 625.000 |
| Körperschaftsteuer | 56.250 |
| Durchschnittliche Belastung | 5,625 % |
Stand: 10/2026. Vereinfachtes Beispiel, nicht auf einen konkreten Mandanten bezogen. Ohne Anpassungen des Einkommens, Freizonenregime und Sonderregeln.
Welche Pflichten kommen dazu?
- Registrierung für die Körperschaftsteuer bei der Federal Tax Authority (FTA).
- Steuererklärung und Zahlung grundsätzlich innerhalb von neun Monaten nach Ende der Steuerperiode.
- Ordentliche Buchführung und Aufbewahrung der Unterlagen, damit Einkommen und Ausnahmen belegt werden können.
- Bei verspäteter Registrierung oder Abgabe drohen Verwaltungsstrafen.
Bevor Sie eine Gesellschaft gründen, sollten Sie Substanz, Geschäftsleitung und die Folgen für Ihre deutsche Steuerpflicht prüfen. Das ist Kern unserer Leistung Holding- und Gesellschaftsstrukturen.
Was gilt für Freizonen und die Qualifying Free Zone Person?
Eine Freizonengesellschaft zahlt nur dann 0 % auf ihr Qualifying Income, wenn sie als Qualifying Free Zone Person gilt. Die FTA hat dazu einen Leitfaden zu Freizonen-Personen veröffentlicht, der die Voraussetzungen und die Unterscheidung zwischen qualifizierenden und ausgeschlossenen Aktivitäten beschreibt. Gewinne einer Betriebsstätte außerhalb der Freizone unterliegen nach der FTA dem 9-%-Satz.
In der Praxis hängt die Anwendung an tatsächlicher wirtschaftlicher Substanz, an der Art der Erträge und an der Dokumentation. Fehlt es daran oder fällt die Gesellschaft aus dem Regime, gelten die regulären Sätze. Ein pauschales „0 % in der Freizone“ ist deshalb nicht zutreffend.
Die operative Gründung, die Lizenzierung und das Visaverfahren vor Ort übernimmt unser Partner AK VenturePath. Die steuerliche Würdigung in Deutschland bleibt davon getrennt.
Wer zahlt Umsatzsteuer in Dubai?
Unternehmer mit steuerbaren Umsätzen zahlen Umsatzsteuer. Der Regelsatz beträgt 5 % und gilt seit dem 1. Januar 2018. Für bestimmte Leistungen gilt ein Nullsatz, etwa bei Exporten außerhalb des GCC-Raums.
Eine Registrierung ist verpflichtend, wenn der Wert der steuerbaren Lieferungen und Importe in den letzten zwölf Monaten AED 375.000 übersteigt oder dies für die nächsten 30 Tage zu erwarten ist. Prüfen Sie diese Schwelle regelmäßig, da Fristversäumnisse zu Strafen führen können.
Betrifft die Mindeststeuer auch Mittelständler?
Nein, in der Regel nicht. Die Domestic Minimum Top-up Tax betrifft nur Konzerne mit konsolidierten Jahresumsätzen von mindestens EUR 750 Mio. in mindestens zwei der vier vorangegangenen Geschäftsjahre. Sie gilt für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2025.
Für Gründer, Freiberufler und mittelständische Unternehmer ist sie daher meist nur als Hintergrund relevant. Gehört Ihre Gesellschaft zu einer großen Gruppe, sollte der Konzern die Pflichten zentral prüfen.
Heißt „Dubai steuerfrei“ auch steuerfrei in Deutschland?
Nein. Wer in Deutschland einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat, ist hier mit dem Welteinkommen steuerpflichtig, unabhängig davon, was die VAE erheben. Diese Seite behandeln wir ausführlich im Systemvergleich Dubai und Deutschland.
- Wohnsitz und Ansässigkeit: Entscheidend ist, wo Sie tatsächlich ansässig sind. Mehr dazu im Beitrag Leben als Deutscher in Dubai.
- Wegzug: Was beim Wechsel der Ansässigkeit zu beachten ist, zeigt der Steuervergleich Deutschland und Dubai.
- Gesellschaften: Ist eine Gesellschaft in den VAE niedrig besteuert, kann bei deutscher Steuerpflicht die Hinzurechnungsbesteuerung nach dem AStG greifen. Das gilt auch für eine Freizonengesellschaft mit 0 % auf Qualifying Income.
- Meldepflichten: Konten und Beteiligungen in den VAE unterliegen dem automatischen Informationsaustausch, weitere Meldepflichten sind je nach Fall zu prüfen.
Einen Überblick über Chancen, Risiken und Gestaltungsgrenzen bietet unser Beitrag zum Steuerstandort Dubai.
Häufige Fragen
Zahlen Privatpersonen in Dubai wirklich keine Steuern?
Auf Einkommen von Privatpersonen erheben die VAE keine Einkommensteuer. Das bedeutet nicht, dass keinerlei Steuern anfallen: Beim Konsum fällt Umsatzsteuer an, und wer als Person eine Geschäftstätigkeit mit mehr als AED 1 Mio. Umsatz im Kalenderjahr ausübt, kann körperschaftsteuerpflichtig sein. Ob Sie in Deutschland steuerpflichtig bleiben, ist eine davon getrennte Frage.
Seit wann gibt es in den VAE Körperschaftsteuer?
Das Körperschaftsteuergesetz gilt nach Angaben der Regierung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juni 2023 beginnen. Der Satz beträgt 0 % bis AED 375.000 steuerpflichtigem Einkommen und 9 % darüber. Ein Unternehmen mit kalenderjahrgleichem Geschäftsjahr war damit erstmals für das Jahr 2024 betroffen. Abweichende Geschäftsjahre verschieben den Beginn.
Muss ich als Freelancer in Dubai Körperschaftsteuer zahlen?
Nur, wenn Sie eine Geschäftstätigkeit in den VAE ausüben und der Gesamtumsatz im Kalenderjahr AED 1 Mio. übersteigt. Gehalt, persönliche Kapitalerträge und Immobilienerträge zählen nach Angaben der FTA nicht als Geschäftstätigkeit. Unterhalb der Schwelle sollen sich Personen nicht registrieren. Wie sich das mit einer deutschen Steuerpflicht verträgt, prüfen wir im Einzelfall.
Gilt die globale Mindeststeuer auch für kleine Unternehmen?
Nein. Die Domestic Minimum Top-up Tax betrifft nach Angaben des Finanzministeriums Konzerne mit konsolidierten Jahresumsätzen von mindestens EUR 750 Mio. in mindestens zwei der vier vorangegangenen Geschäftsjahre. Sie gilt für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2025. Für typische Mittelständler, Freiberufler und Einzelgesellschafter spielt sie in der Regel keine Rolle.
Bedeutet steuerfrei in Dubai auch steuerfrei in Deutschland?
Nein. Wer in Deutschland einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat, ist hier mit dem Welteinkommen steuerpflichtig, unabhängig davon, ob die VAE Steuern erheben. Auch nach einem Wegzug können Wegzugsbesteuerung, Hinzurechnungsbesteuerung bei niedrig besteuerten Gesellschaften und Meldepflichten relevant sein. Eine pauschale Aussage ist nicht möglich, entscheidend ist der Einzelfall.
Fazit: Nicht steuerfrei, aber übersichtlich
Dubai steuerfrei? Die VAE sind kein steuerfreier Raum, aber ein Standort mit niedrigen Sätzen und klaren Schwellen: keine Einkommensteuer für Privatpersonen, 9 % Körperschaftsteuer über AED 375.000, 5 % Umsatzsteuer. Wer daraus einen Vorteil ableiten will, muss Substanz, Registrierung, Fristen und die deutsche Seite gemeinsam planen.
Wenn Sie prüfen möchten, wie sich diese Regeln auf Ihre Situation auswirken, sprechen wir im Erstgespräch über Ihre Ansässigkeit, Ihre Gesellschaft und Ihre Pflichten in beiden Ländern.
Zum Autor: Paul Simon Kasper ist Steuerberater und Stiftungsberater und Inhaber der PSK Steuerberatung. Seine Beratung verbindet das Steuersystem der VAE mit der deutschen Besteuerung, insbesondere bei Gesellschaftsstrukturen, Substanzfragen und der Frage, wann Steuervorteile am Standort bei deutscher Steuerpflicht nicht ankommen. Paul Simon Kasper auf LinkedIn · Mehr über uns
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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Die Angaben beruhen auf dem Stand der Rechtslage und der abgerufenen amtlichen Quellen im Oktober 2026. Steuerliche Folgen hängen vom Einzelfall ab.